Bonitätsabstufung von Spanien und die Auswirkungen auf den DAX

Die Bonität Spaniens von der Ratingagentur S&P um ein Wesentliches herabgestuft – schwerwiegende Folgen für die Aktienmärkte zu erwarten?

Die Antwort lautet klar: nein. Diese Herabstufung von “A” auf “BBB+” in der Bonität hat die europäischen Aktienmärkte erwartungsgemäß ins Wanken gebracht. Jedoch nur für kurze Zeit.
Zu Handelsbeginn war der Dax bis auf 1,3 % abgerutscht, hatte sich jedoch am späten Vormittag schon etwas erholt und befand sich mit einem Abschlag von 0,1 % auf 6726 Zähler nur noch leicht im Minus.
Der Kurs des Euro betrug 1,3197 Dollar und kam mit einer leichten Schwankung davon.

Mehr Infos? Die aktuelle Zinsentwicklung kann auf http://www.finanzen.net/index/DAX beobachtet werden.

Wie ist das zu erklären?

Die Herabstufung des hoch verschuldeten Spanien war zu erwarten. Natürlich ist eine Senkung gleich um zwei Stufen sehr bedauerlich, jedoch haben sich die Märkte im Vorfeld bereits darauf eingestellt.
Diese Herabstufung wird begründet durch:

  • Risiken für das Wirtschaftswachstum
  • Risiken für den Haushalt des Landes

Das Problem Spanien bereitet den Finanzmärkten bereits seit längerem Sorgen. Es ist zu befürchten, dass das Land auf Hilfsgelder seiner internationalen Partner angewiesen sein könnte. Dies ist dadurch begründet, dass der spanische Finanzsektor refinanziert werden muss.

Rentenmärkte: Die Renditen der zehnjährigen spanischen Anleihen überstiegen zeitweise die Marke von 6 %. Das ist jedoch ein nicht zu haltendes Niveau.

Dennoch bleibt Spanien auch trotz dieser Herabstufung im Investitionsrahmen. Aufgrund der erhöhten Risiken werden die Investoren allerdings deutlich höhere Zinsen verlangen müssen.
Damit muss Spanien mit einer spürbaren Teuerung rechnen. Dazu kommt noch, dass auch die Bewertung kurzfristiger Staatsanleihen gesenkt wird.
In dieser Situation bleibt nichts anderes, als deutlich von einem insgesamt negativen Ausblick zu sprechen. Dies begründet sich wie folgt:

  • Wirtschaftsrückgang im Jahr 2012 um 1,5 %
  • Wirtschaftsrückgang im Jahr 2013 um 0,5 %

Damit wird eine frühere Prognose, die von einem Wirtschaftswachstum ausging, völlig korrigiert.
Was bringen die Arbeitsmarktreformen der spanischen Regierung?
Die Ratingagentur bewertete diese als positiv, denn sie verbessern die Einstellungslage. Jedoch ist davon auszugehen, dass kurzfristig keine neuen Arbeitsplätze geschaffen werden.

Was ist nunmehr in Zukunft zu erwarten?

Spanien droht in absehbarer Zeit eine weitere Rückstufung. Das ist als eine nicht abwendbare Tatsache zu betrachten. In diesem Zusammenhang muss daran erinnert werden, dass bereits im Februar eine Rückstufung Spaniens durch die Ratingagentur Moody’s erfolgte.

Europa muss, so die Meinung der Ratingagentur, das Vertrauen der Anlieger stärken und den Kapitalfluss nach außen stabilisieren, um zu zeigen, dass es effektiv mit der Schuldenkrise umgehen kann. Anderenfalls wird sich die Lage Spaniens noch weiter zuspitzen.

Quelle: abendblatt.de