Die aktuelle Wirtschaftskrise scheint nun auch bei den ansonsten finanziell gut ausgestatteten Energieversorgern angekommen zu sein. So haben einige Unternehmen umfangreiche Streichungen und damit verbundene, betriebliche Kündigungen beschlossen und bekannt gegeben. Aufkommende Gerüchte und Vermutungen über weiterreichende Entlassungen sorgen für zusätzliche Unruhe, wodurch bereits erste Proteste ausgelöst wurden.
Alleine Eon will bis zu 11.000 Stellen streichen
So hat Eon bereits angekündigt, dass bis 2015 insgesamt 11.000 Stellen gestrichen werden sollen. Dabei geht es nicht nur um das Streichen frei werdender Positionen, zudem konnte der Energiekonzern auch betriebliche Kündigungen als Folge nicht ausschließen. Vattenfall hingegen gibt an, derzeit noch über alternative Lösungsansätze nachzudenken, doch reicht das allemal für Gerüchte. So will die “Rheinische Post” erfahren haben, dass der Versorgungsriese RWE mehr als zehn Prozent der 72.000 Stellen, also rund 8.000 Arbeitsplätze, auflösen wolle.
Gerüchte um weitere Entlassungen und Streichung von Arbeitsplätzen bekommen Nahrung
Seitens RWE wird das mit der Begründung zurückgewiesen, dass diese Zahlen im Zusammenhang mit längst bekannten Maßnahmen zu Streichungen von ca. 2.000 bis 3.000 Positionen im Inland sowie weiteren im Ausland stehen. Auch Gewerkschaften wie Verdi haben sich nun zu Wort gemeldet und befürchten gar gesamte Standortschließungen, insbesondere bei Vattenfall an den Standorten Berlin und Hamburg. Dies betrifft insbesondere Stellen rund um den Kundenservice, da bei Vattenfall schon seit Längerem darüber diskutiert wird, diesen Geschäftsbereich auszulagern.
Erste Proteste bereits in Berlin und Signale zur Protestbereitschaft aus Düsseldorf
Energieversorger wie RWE versuchen dies außerdem über den geplanten Atomausstieg der Bundesregierung zu erklären und bauen anscheinend hier schon für etwaige Entlassungen vor. So ist es nicht verwunderlich, dass es bereits zu ersten Protesten gekommen ist. In Berlin sind rund 2.000 Menschen auf die Straße gegangen, um für den Stellenerhalt bei Vattenfall zu protestieren. Verdi hat außerdem angekündigt, die geplante Streichung von bis zu 11.000 Arbeitsplätzen bei Eon ebenfalls nicht hinnehmen zu wollen. Da sich die Mitarbeiter des Düsseldorfer Konzerns schlecht informiert fühlen, scheint es auch hier nicht am Willen zu mangeln, dagegen zu protestieren. So beginnt kurz vor Weihnachten das neue Jahr für viele Angestellte und Arbeiter mit Bangen um den Arbeitsplatz.