Stadtwerke spenden Ökostrom und günstige Finanzierungen

Als zahlreiche Kommunen Zuge der Liberalisierung des Energiemarktes in Deutschland ihre kommunalen Stromversorger an große Energiekonzerne verkauften, wussten sie noch nicht, dass sie dazu beitrugen ein Oligopol der Energiegroßkonzerne zu schaffen. Damals ließen sich die Bürgermeister überzeugen, dass kommunale Stromversorgung durch die Stadtwerke nur funktionieren könne, wenn ein Großkonzern die Verantwortung und Leitung übernehme. Traditionsunternehmen wurden so anteilig an die Energieversorger verkauft, meist bekamen sie den weitaus größeren Anteil zugesprochen. E.ON, EnBW, RWE und Vattenfall kontrollieren mittlerweile in Deutschland 80 Prozent des Strommarkts und zusätzlich regionale und städtische Versorgungsunternehmen.

Doch jetzt scheint sich der Trend zu wenden, denn die Kommunen wollen ihre Stromanbieter zurück kaufen, um die eigene Energieversorgung wieder beeinflussen zu können und an den Gewinnen der Stadtwerke beteiligt zu sein. Dabei bekommen sie Unterstützung von den Bürgern und Bürgerinnen der Städte, aktuelle Umfragen beweisen, dass sie eine Rückbesinnung zur kommunalen Versorgung wünschen und Vertrauen in die Kommunalwirtschaft haben. Sie versprechen sich verstärkten Klimaschutz, effektive Nutzung erneuerbarer Energien und nicht zuletzt auch das Wiederaufleben der einstigen Traditionsunternehmen. Das Konzept der Großkonzerne, und zwar die Maximierung des Gewinns, steht in der kommunalen Denkweise nicht im Vordergrund. Allerdings müssen die Kommunen noch etwas warten, bis sie ihre Stadtwerke wieder auslösen können, hatten doch die Konzerne den Verkauf für Jahre durch Konzessionsverträge abgesichert. In Dresden läuft 2012 der Vertrag aus und die Oberbürgermeisterin Helma Orosz macht sich jetzt schon für einen Kauf der Stadtwerke stark und hält an ihrer Überzeugung fest, auch wenn die EnBW dies nicht zulassen will.

Wer nicht genug Geld hat, um den Großkonzernen die Stadtwerke abzukaufen, gründet neue kommunale Strom- und Energieanbieter, die die Bürger durch menschliche und ökologische Vorteile gegenüber der Energieriesen überzeugen sollen. Diese geraten zunehmend unter Druck, denn das Bewusstsein der Bürger für kommunalen, sauberen Strom wächst. Die Nischenanbieter werden immer interessanter und locken mit günstigen Finanzierungen. So bieten beispielsweise die Stadtwerke Duisburg ein besonders Energie Darlehen an, das Finanzierungen rund um die Gebäudedämmung und Heizungsmodernisierung erlaubt. Und das zu günstigen Konditionen, festen Zinssätzen, niedrigen Raten und keinen Zusatzgebühren. Ausgezahlt werden dabei bis zu 25.000 Euro und eine kostenlose Energieberatung ist auch dabei. Da können die großen Energiekonzerne nicht mithalten.